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Gnadenstoß für die Siesta
Zu wenig Produktivität, zu wenig Privat- und Familienleben - Die Siesta soll abgeschafft werden

Was den Nordeuropäer verwundert und der Spanier oft mit Lebensqualität übersetzt, ist von einer europäischen Expertenkommission ins Fadenkreuz und somit auf der Abschussliste der spanischen Geflogenheiten geraten. Lebensqualität? Leergefegte Städte, geschlossene Geschäfte zur besten Einkaufszeit, verschlossene Türen bei Ämtern und Behörden, längste Arbeitszeiten in ganz Europa mit der geringsten Produktivitätsrate, wenig Zeit für die Familie, Sex nach einem unendlich langen Arbeitstag, 40 Minuten weniger Schlaf als in Nordeuropa, geringste Geburtenrate, höchste Anzahl Übergewichtiger in ganz Europa durch ungesunde Lebensweise. Lebensqualität wird sicher anders definiert. Zu diesem Schluss kommt auch die Nationale Kommission für die Rationalisierung der Arbeitszeit.

Was die Spanier ihren Stieren antun, will die europäische Kommission den Spaniern versetzen, den Todesstoß für die Siesta. Zwar haben Wissenschaftler der ganzen Welt mittlerweile festgestellt, dass das kleine Nickerchen zur Mittagszeit durchaus die Arbeitsproduktivität steigert. Doch was die Spanier zwischen 14 und 17 Uhr zelebrieren, hat mit einem kleinen Nickerchen zwischendurch wenig gemeinsam.
Nach einem zweigängigen Menü mit Wein und Nachspeise, Kaffee und Verdauungsschnäpschen bleibt für ein Schläfchen kaum noch Zeit. Das die Motivation für einen zweiten Arbeitsgang danach nicht all zu hoch ist, liegt auf der Hand.

Das Argument: "Wer soll den schon um 22 Uhr schlafen, wenn es noch 28 Grad heiß ist?" lässt sich höchsten 2-3 Monate im Jahr aufrecht erhalten. Die Siesta wird jedoch 12 Monate im Jahr begangen, obwohl nach Schätzungen nur noch 10 bis 20 % der Spanier ihr Nickerchen während der Mittagszeit halten. Mit Folgen. Während der Produktivitätskoeffizient in Euro mit 100 angesetzt wird und in Frankreich sogar auf 123 steigt, liegt dieser in Spanien nur bei 83,8 Prozent. Spanien ist damit das unproduktivste Land Europas und gefährdet somit seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen europäischen Ländern.

Spanier gehen 40 Minuten später ins Bett als die anderen Europäer

Schuld dabei ist jedoch nicht nur die Siesta. Während die meisten Europäer gegen 17 Uhr ihren Arbeitsplatz verlassen und sich der Familie widmen, geht der Spanier gerade zur zweiten Schicht und erst um 8 oder 9 oder sogar um 10 Uhr abends nach Hause. Dabei gibt der Unternehmer und Wirtschaftsexperte Ignacio Buqueras, gleichzeitig Ehrenpräsident der "Kommission zur Rationalisierung der Spanischen Arbeitszeiten" unbeschollen zu: "Wir verwechseln arbeiten mit Anwesenheit am Arbeitsplatz". Mangelnde Motivation, geringes Organisationstalent und fehlende Ausbildung sieht Buqueres als weitere Faktoren als Folge der unterdurchschnittlichen Produktivitätsrate.

Auch auf das Privatleben habe die Siesta negative Folgen, so der Kommissionsbericht. Bei einem Arbeitsrhythmus von 9 bis 14 Uhr und danach von 17 bis 20 Uhr bleibt kaum noch Zeit für das Privat- und Familienleben. Die Auswirkungen zeigen sich deutlich bei der Geburtenrate. Das einst so kinderreiche Spanien ist Heute weltweit mittlerweile bis in das Schlussfeld abgerutscht.

Doch wie soll man die Spanier davon überzeugen, dass sie ihre gesellschaftlichen Gewohnheiten in angemessener und intelligenter Weise ändern, das Siesta nichts mit Lebensqualität zu tun hat, sondern diese eher zerstört? Den Lebensstil von Malmö auf Malaga zu übertragen ist kein Frage von Tradition und Abschaffung. Ein gesellschaftlicher Wandel auf der iberischen Halbinsel wird sich vollziehen müssen. Fernsehprogramme müssen zeitlich versetzt werden, Behörden sich an europäische Arbeitszeiten anpassen, das Essen zu Hause und in den Lokalen um 8 Uhr, anstatt um 10 Uhr abends, serviert werden.

Um eine Übergangsphase zu haben, schlägt die Expertenkommission für den "Eintritt Spaniens in die europäische Zeit" das Jahr 2009 vor. Man müsse mit den Beamten beginnen und die Geschäftszeiten liberalisieren. Ein gesellschaftlicher Wandel muss sich vollziehen.

Umfrage:
Die Siesta im Fadenkreuz
Soll die Siesta abgeschafft werden?
Zu wenig Produktivität, zu wenig Privat- und Familienleben - Die Siesta soll laut einer europäischen Kommission abgeschafft werden.
Ja, die Siesta passt nicht zum modernen Europa.
Ja, Familie und Produktivität sind wichtiger als alte Tradition.
Nein, die Siesta ist ein Stück Kultur Spaniens.
Nein, die Spanier sollen sich weiter ausruhen können.
Hmmm ist mir egal. Habe keine Meinung.

Ignacio Buqueras, Präsident der "Kommission zur Rationalisierung der Spanischen Arbeitszeiten"

"Länger zu arbeiten ist eine Respektlosigkeit gegenüber den Kollegen und beweist mangelndes Organisationstalent"

Eine wahre Geschichte von Ignacio Buqueras:

Ein spanischer Banker wurde von einer Schweizer Bank abgeworben. Seine Arbeitskollegen machten um 17 Uhr Feierabend. Er aber blieb gewohnheitsgemäß bis um 19 Uhr und in dem Glauben, er könne damit Punkte gegenüber seinen Vorgesetzten machen.
Nach einer Woche wurde er zum Direktor gerufen: "Wir haben uns wohl in Ihnen getäuscht", bekommt er zu hören. "Während Ihre Kollegen ihre Arbeit in der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit gut machen, brauchen Sie zwei Stunden mehr und verursachen uns außerdem Probleme mit dem Sicherheitssystem und der Reinigung. Entweder ändern Sie das schleunigst, oder wir müssen zu einer neuen Entscheidung kommen".

Artikel zum Thema aus dem Hamburger Abendblatt


- Frühere Umfragen -

Umfrage vom 08.06.04 bis 16.08.04
Fast die Hälfte, nämlich knapp 48 Prozent, tippten dabei auf eine uralte Stierkampftradition - und liegen damit falsch. Nur etwa 10 % tippten auf die Möglichkeit, dass dies in der Kleiderordnung der Toreros fest vorgeschrieben sei - und liegen damit genau richtig. Die sogenannten "Medias" haben danach rosafarben zu sein. Gleiches gilt auch für andere Teile der Ausrüstung. Der Hut und die Schuhe sind danach immer schwarz, das Hemd immer weiß. Der Rest des Anzuges bleibt dem Torero überlassen und kann variabel gestaltet sein. Was Toreros anziehen, ist demnach fest reglementiert.

Umfrage vom 26.03.04 bis 12.05.04
Die Politik und das Demokratieverständnis von Bürgermeister Mateo kommt bei den Wählern unserer Webseite kaum gut an.


Die zweite Antwort war natürlich richtig.
Die Wasserflaschen sollen Hunde davon abhalten, ihr Hinterbein zu heben und eine Duftmarke zu hinterlassen. Fängt einer damit an, folgen schnell weitere. Das Ergebnis sind unansehnlich und stinkende gelbe Flecken an den bevorzugten Mauerecken. Hunde mögen keine Wasserflaschen an den Hauseingängen.
   

 

 

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