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Tsunamis am Mittelmeer
Angesichts der erschreckenden Bilder aus Südost-Asien stellt sich die Frage, sind Tsunamis auch am Mittelmeer möglich? Experten sind sich einig: grundsätzlich ja. Eine Riesenwelle kann überall dort entstehen, wo das Gleichgewicht großer Wassermassen durch Erdstöße gestört wird. Gerade der Mittelmeerraum zählt zu den seismologisch aktivsten und Erdbeben gefährdetsten Gegenden der Welt. Allein in der Woche vom 18. - 26.12. wurden 50 Erdbeben in Spanien von 1,0 bis 4,1 auf der Richterskala gemessen. Das letzte Beben wurde in Torrevieja am 10. August 2004 wahrgenommen. Das Epizentrum lag nur wenige Kilometer vor der Küste von Torrevieja.

Gerade im Gebiet südlich von Alicante sind starke Beben zu erwarten, sagt Jose Juan Giner, Leiter des Seismologischen Institutes in Alicante. Die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens mit der Stärke von 5,0 sei jedoch sehr gering. Rein statistisch kommt ein Erdbeben der Stärke 5,0 nur ca. alle 400 Jahre vor. Ein Beben der Stärke von 5,0 setzt jedoch nur ca. 1 Millionstel der Energie frei, wie es für einen Tsumani von der Stärke Südost-Asiens notwendig war. Das letzte große Erdbeben in Torrevieja ereignete sich im Jahr 1829 und machte die Stadt dem Erdboden gleich. Ein Beben am 20. Juni 2004 ließ die Tassen im Schrank kräftig wackeln. Es hatte die Stärke von 4,0.

Der Tsunami-Effekt im Mittelmeer ist so stets präsent. Das Nationale Geologische Institut in Madrid registrierte in den vergangenen 200 Jahren immerhin 9 größere Tsunamis. Eine vom Erdbeben in Algerien ausgelöste Flutwelle im Mai 2003 von 2 Meter Höhe versenkte und zerstörte in den Häfen der Balearen 100 Boote. Im August 2004 zog sich der Strand von Marseille in Frankreich plötzlich 20 Meter ins Meer zurück. Forscher erklärten das Ereignis mit einem unterirdischen Erdrutsch, der einen Tsunami ausgelöst hat und das Wasser vom Ufer abzog. So könnte auf der Kanareninsel La Palma der aktive Vulkan Cumbre Vieja aufgrund dortiger geologischer Verhältnisse einen so gewaltigen Erdrutsch auslösen, dass ein 50 Meter hoher Tsunami entstehen würde. Ferner entdeckten unlängst Geologen des nationalen Forschungsamtes in Italien im tyrhenischen Meer zwischen Sizilien und Neapel nur 500 Meter unter der Meeresoberfläche einen gigantischen Vulkan - potentieller Produzent gigantischer Tsunamis.

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