Das Castillo de Xàtiva gehört zu den Orten, bei denen man schon beim ersten Blick versteht, warum sie über Jahrhunderte so wichtig waren. Hoch über der historischen Stadt Xàtiva zieht sich die gewaltige Festungsanlage über den Bergrücken der Sierra del Castillo. Von unten wirkt sie wie eine steinerne Krone über der Stadt, von oben öffnet sich ein weiter Blick über Dächer, Kirchtürme, Felder, Berge und das valencianische Hinterland. Wer von Torrevieja oder Orihuela Costa aus einen besonderen Tagesausflug sucht, der Geschichte, Aussicht und echtes Spanien verbindet, findet hier ein Ziel, das sich deutlich von den klassischen Küstenorten unterscheidet.
Xàtiva liegt im Landesinneren der Provinz Valencia, südlich der Stadt Valencia und nicht weit von Orten wie Anna, Ontinyent oder Gandia entfernt. Von Torrevieja aus sollte man je nach Route und Verkehr ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden Fahrtzeit einplanen. Das ist kein kurzer Abstecher für zwischendurch, aber ein sehr lohnender Tagesausflug – besonders für alle, die Burgen, Altstädte, Panoramablicke und Orte mit echter historischer Tiefe mögen.
Das Besondere am Castillo de Xàtiva ist, dass man eigentlich nicht von einer einzigen Burg sprechen müsste. Die Anlage besteht aus zwei Teilen: dem Castell Menor und dem Castell Major. Zusammen bilden sie eine langgezogene Festung, die sich über den Bergrücken erstreckt und deutlich mehr zu bieten hat als ein paar alte Mauern. Tore, Türme, Innenhöfe, Aussichtspunkte, Kapellen, Zisternen, Gefängnisbereiche, Kanonen und Mauergänge machen den Besuch abwechslungsreich und eindrucksvoll.
Burg Xativa

Xàtiva – historische Stadt mit großer Vergangenheit
Bevor man zur Burg hinauffährt, lohnt sich ein Blick auf die Stadt selbst. Xàtiva ist heute eine überschaubare Stadt mit rund 30.000 Einwohnern, war aber historisch weit bedeutender, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Über lange Zeit zählte Xàtiva nach Valencia zu den wichtigsten Städten der Region. Diese frühere Bedeutung spürt man noch heute in der Altstadt, in den Kirchen, den Palästen, den Brunnen, den engen Gassen und den vielen historischen Details.
Berühmt ist Xàtiva unter anderem als Stadt der Borgia. Aus dieser Familie stammen zwei Päpste: Alonso de Borja, der spätere Papst Calixtus III., und Rodrigo de Borja, besser bekannt als Papst Alexander VI. Die Borgia gehören zu den bekanntesten und umstrittensten Familien der europäischen Geschichte. In Xàtiva begegnet man diesem Kapitel nicht als trockener Fußnote, sondern als Teil der Stadtidentität.
Auch die Papierherstellung spielt in der Geschichte Xàtivas eine wichtige Rolle. Die Stadt gilt als einer der frühen Orte der Papierproduktion in Europa. Diese Tradition steht eng mit dem maurischen Erbe der Region in Verbindung, denn viele handwerkliche, technische und kulturelle Entwicklungen kamen über Al-Andalus auf die Iberische Halbinsel. Xàtiva ist dadurch ein gutes Beispiel dafür, wie stark sich unterschiedliche Kulturen in Spanien überlagert und gegenseitig geprägt haben.
Nicht weit von der Stadt entfernt liegt außerdem die Cova Negra, eine bedeutende prähistorische Fundstätte. Dort wurden Spuren aus der Zeit der Neandertaler gefunden. Wer sich für Geschichte interessiert, bekommt in Xàtiva also nicht nur Mittelalter und Burgen, sondern eine viel längere Zeitlinie – von vorgeschichtlichen Funden bis zur Zeit der Römer, Mauren, Christen und Borgia.
Das Castillo de Xàtiva: zwei Burgen, eine mächtige Festung
Die Burganlage von Xàtiva ist beeindruckend, weil sie nicht kompakt und schnell abgelaufen ist, sondern sich über eine lange Strecke auf dem Bergkamm ausbreitet. Man bewegt sich Schritt für Schritt durch verschiedene Bereiche, steigt Treppen hinauf, geht an Mauern entlang, entdeckt Innenhöfe, alte Tore und immer wieder neue Aussichtspunkte.
Das Castell Menor gilt als der ältere Teil der Anlage. Seine Ursprünge reichen weit zurück und sind mit frühen Besiedlungsspuren, iberischen und römischen Einflüssen verbunden. Das Castell Major ist der größere und dominantere Teil der Festung. Hier zeigen sich besonders stark die mittelalterlichen, islamischen und später christlichen Spuren der Anlage.
Gerade diese Mischung macht das Castillo de Xàtiva so spannend. Es ist keine Burg, die nur eine einzige Epoche erzählt. Hier haben verschiedene Kulturen gebaut, erweitert, verteidigt, zerstört und wiederhergestellt. Die Festung war militärischer Kontrollpunkt, Schutzanlage, Machtzentrum und Symbol der Herrschaft über Stadt und Umgebung.
Schon der Weg durch das Burgtor macht klar, dass diese Anlage nicht für Bequemlichkeit gebaut wurde. Sie liegt strategisch hoch über der Stadt, mit weitem Blick in alle Richtungen. Von hier oben konnte man Bewegungen im Umland früh erkennen und wichtige Verkehrswege kontrollieren. Heute ist genau diese Lage einer der Hauptgründe, warum Besucher so begeistert sind.
Aussicht über Xàtiva und das valencianische Hinterland
Der Blick vom Castillo de Xàtiva ist grandios. Fast an jeder Mauer, auf jeder Terrasse und an jedem erhöhten Punkt öffnet sich eine neue Perspektive. Unterhalb der Burg liegt die Stadt mit ihren Dächern, Kirchtürmen und Straßen. In der Ferne sieht man Berge, Felder und die weite Landschaft der Provinz Valencia.
Besonders gut zu erkennen sind die große Iglesia Colegial Basílica de Santa María, die Stierkampfarena von Xàtiva und mehrere markante Erhebungen in der Umgebung. Bei klarem Wetter wirkt der Blick fast wie ein Panoramabild: Stadt unten, Festung oben, Landschaft dahinter.
Für Besucher aus Torrevieja, Orihuela Costa oder der südlichen Costa Blanca ist dieser Kontrast besonders reizvoll. Statt Meer, Promenade, Salzseen und Küstenflair erlebt man hier ein ganz anderes Spanien. Xàtiva ist steiniger, historischer, ruhiger und stärker vom Landesinneren geprägt. Genau das macht den Ausflug so interessant.

Was man in der Burganlage sehen kann
Beim Rundgang durch das Castillo de Xàtiva entdeckt man zahlreiche Bereiche, die zusammen ein sehr lebendiges Bild der alten Festung ergeben. Es gibt Mauern, Türme, Tore, Kanonen, Zisternen, Kapellenbereiche, ehemalige Gefängnisräume, Innenhöfe, kleine Gartenbereiche und mehrere Aussichtspunkte. Besonders eindrucksvoll ist die Plaça d’Armes, der große Waffenplatz der Anlage. Solche Orte zeigen, dass die Burg einst nicht nur ein Verteidigungsbau war, sondern ein funktionierender militärischer Raum mit klarer Ordnung.
Einige Teile der Burg wirken restauriert, andere rau und ursprünglich. Genau diese Mischung ist reizvoll. Das Castillo de Xàtiva fühlt sich nicht wie eine künstlich glattgezogene Touristenattraktion an. Man spürt an vielen Stellen, dass diese Mauern alt sind, dass sie verändert wurden und dass sie eine lange Geschichte hinter sich haben.
Wer die Anlage wirklich erleben möchte, sollte sich Zeit nehmen. Es reicht nicht, nur kurz bis zum ersten Aussichtspunkt zu laufen und dann wieder umzudrehen. Der Reiz liegt darin, weiterzugehen, die verschiedenen Ebenen zu erkunden und immer wieder stehenzubleiben. Mal entdeckt man einen schönen Blick auf die Altstadt, mal ein altes Tor, mal eine Mauer, die sich spektakulär am Hang entlangzieht.
Bequeme Schuhe sind Pflicht. Die Wege sind teilweise uneben, es gibt Steigungen, Stufen und längere Abschnitte in der Sonne. Besonders im Sommer sollte man früh am Tag starten oder den Besuch nicht in die heißeste Mittagszeit legen. Wasser, Sonnenschutz und etwas Geduld gehören unbedingt dazu.
Restaurant, Pause und Altstadtbummel
Im Bereich des Zugangs zur Burg gibt es ein Restaurant mit Terrasse. Das ist praktisch, wenn man nach dem Rundgang eine Pause einlegen möchte, ohne sofort wieder hinunter in die Stadt zu fahren. Gerade mit Blick auf die Umgebung schmeckt ein Getränk nach dem Aufstieg oder Rundgang natürlich besonders gut.
Noch schöner wird der Ausflug, wenn man die Burg mit der Altstadt von Xàtiva verbindet. Unten in der Stadt gibt es Cafés, Bars, Restaurants, historische Gebäude, Brunnen und schöne Plätze. Wer nur zur Burg fährt und danach direkt wieder abreist, nimmt sich selbst einen wichtigen Teil des Erlebnisses. Xàtiva ist keine reine „Burg mit Parkplatz“, sondern eine Stadt, die man langsam entdecken sollte.
Ein guter Ablauf wäre: morgens von Torrevieja losfahren, zuerst die Burg besuchen, danach in die Altstadt hinunterfahren oder mit dem Touristenzug zurückkehren, dort essen, spazieren und noch einige Sehenswürdigkeiten anschauen. So wird aus dem Ausflug ein kompletter Tag und nicht nur ein kurzer Fotostopp.
Anfahrt zur Burg Xativa und Parken
Von Torrevieja aus erreicht man Xàtiva am bequemsten mit dem Auto. Die Strecke führt ins Landesinnere der Provinz Valencia und ist landschaftlich deutlich abwechslungsreicher als viele reine Küstenfahrten. Je nach Startpunkt, Verkehr und Route sollte man etwa eineinhalb bis zwei Stunden einplanen.
Mit dem Auto kann man relativ weit bis in die Nähe der Burg hinauffahren. Oben gibt es einen Parkplatzbereich, allerdings sind die Parkmöglichkeiten begrenzt. An Wochenenden, Feiertagen oder in der Ferienzeit kann es dort schnell voll werden. Wer entspannt unterwegs sein möchte, sollte früh starten und nicht erst am späten Vormittag ankommen.
Eine bequeme Alternative ist der kleine Touristenzug, der von der Stadt hinauf zur Burg fährt. Das ist besonders angenehm, wenn man nicht selbst durch enge Straßen fahren möchte oder wenn man den Besuch direkt mit einer kleinen Rundfahrt durch Xàtiva verbinden will. Für Familien, ältere Besucher oder alle, die sich den Aufstieg sparen möchten, ist der Touristenzug eine gute Möglichkeit.
Für die Navigation zum Parkplatz an der Burg können diese Koordinaten hilfreich sein:
38.982971, -0.517541
38°58’58.7″N 0°31’03.1″W

Eintritt und Öffnungszeiten
Das Castillo de Xàtiva ist normalerweise von Dienstag bis Sonntag geöffnet. Montags ist die Burg in der Regel geschlossen, wie es bei vielen Sehenswürdigkeiten und Museen in Spanien üblich ist. Die genauen Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Saison. Im Winter schließt die Anlage früher, im Sommer bleibt sie länger geöffnet.
Auch Eintrittspreise können sich ändern. Deshalb sollte man vor der Fahrt die aktuellen Informationen der Touristeninformation oder der offiziellen Seite von Xàtiva prüfen. Das ist besonders wichtig an Feiertagen, bei Sonderveranstaltungen oder nach extremem Wetter.
Die Touristeninformation befindet sich an der Albereda de Jaume I, 50. Dort erhält man aktuelle Hinweise zur Burg, zur Altstadt, zum Touristenzug und zu weiteren Sehenswürdigkeiten in Xàtiva.
Warum sich Xàtiva als Tagesausflug ab Torrevieja lohnt
Xàtiva ist kein Ziel, das man mal eben schnell mitnimmt. Dafür liegt es von Torrevieja aus zu weit entfernt und bietet zu viel. Wer aber bewusst einen ganzen Tag einplant, bekommt einen der stärkeren Ausflüge im weiteren Umfeld der Costa Blanca.
Der große Vorteil: Xàtiva verbindet mehrere Dinge, die einen Ausflug interessant machen. Die Burg ist spektakulär gelegen, die Altstadt ist sehenswert, die Geschichte ist außergewöhnlich und die Landschaft bietet einen klaren Kontrast zur Küste. Man fährt nicht nur irgendwohin, schaut sich etwas an und fährt wieder zurück. Man erlebt eine Stadt, die historisch wirklich Gewicht hat.
Gerade für Menschen, die schon viele Küstenorte, Strände und Promenaden rund um Torrevieja kennen, ist Xàtiva eine starke Abwechslung. Es ist ein Ausflug ins Landesinnere, in eine andere Atmosphäre, in ein Spanien, das weniger nach Urlaubskatalog und mehr nach Geschichte, Stein, Hitze, Macht und alten Geschichten wirkt.
Auch fotografisch ist das Castillo de Xàtiva ein Glücksfall. Mauern, Tore, Türme, Kanonen, Panoramablicke, Innenhöfe und die Stadt unterhalb der Burg bieten unzählige Motive. Wer eine Fotogalerie plant, findet hier mehr als genug Material – sowohl für weite Landschaftsbilder als auch für Details.

Kombination mit Anna und der Albufera de Anna
Wenn man schon in dieser Region unterwegs ist, lohnt sich auch ein Blick auf Anna. Der kleine Ort liegt nicht weit von Xàtiva entfernt und ist vor allem durch die Albufera de Anna bekannt. Dort findet man Wasser, Grün, Spaziermöglichkeiten und je nach Saison auch schöne Bade- und Erholungsmöglichkeiten.
Gerade im Sommer kann die Kombination aus Xàtiva und Anna sehr angenehm sein. Morgens besucht man die Burg, solange die Temperaturen noch erträglich sind. Danach geht es zum Essen oder in die Altstadt, und am Nachmittag kann man einen Abstecher nach Anna einplanen. So verbindet man Geschichte, Aussicht, Stadtflair und Natur an einem Tag.
Für Besucher aus Torrevieja oder Orihuela Costa ist das eine schöne Möglichkeit, aus der längeren Fahrt mehr herauszuholen. Statt nur ein Ziel anzusteuern, macht man daraus eine kleine Route durch das valencianische Hinterland.
Castillo de Xàtiva: ein Ausflug mit Geschichte, Aussicht und Charakter
Das Castillo de Xàtiva ist eine der eindrucksvollsten Burganlagen der Region Valencia. Nicht, weil hier alles perfekt restauriert und bequem inszeniert wäre, sondern gerade weil die Anlage groß, rau, historisch und landschaftlich stark ist. Man spürt, dass dieser Ort über Jahrhunderte Bedeutung hatte. Die Mauern stehen nicht zufällig dort oben. Sie erzählen von Kontrolle, Verteidigung, Macht, Eroberung und Wandel.
Für einen Tagesausflug ab Torrevieja ist Xàtiva absolut empfehlenswert, wenn man bereit ist, etwas Fahrzeit zu investieren. Wer nur Strand und Meer sucht, wird hier nicht glücklich. Wer aber Lust auf eine historische Stadt, eine mächtige Burg, weite Ausblicke und einen ganz anderen Eindruck der Region Valencia hat, wird den Besuch nicht bereuen.
Am besten plant man den Ausflug ohne Hektik: früh losfahren, die Burg ausführlich erkunden, in Xàtiva essen oder Kaffee trinken, durch die Altstadt bummeln und vielleicht noch einen Abstecher nach Anna machen. Dann wird aus dem Besuch des Castillo de Xàtiva nicht nur eine weitere Sehenswürdigkeit auf der Liste, sondern ein richtig schöner Tag zwischen Geschichte, Landschaft und valencianischem Lebensgefühl.
Wegbeschreibung, Adresse, Preise und Karte
Eintrittspreise: 1,20 € für Jugendliche und Rentner, 2,40 Euro für Erwachsene. Öffnungszeiten: Winter, von 10 bis 18 Uhr – Sommer, von 10 bis 19 Uhr. Achtung: Wie auch viele Museen in Spanien, ist Montags die Burg in Xativa geschlossen.
Touristen Information: Albereda de Jaume I,50 Telefon 962773346. Burgtelefon: 962274274
Koordinaten zur Navigation (Parkplatz Burg Xativa): 38.982971, -0.517541 bzw. 38°58’58.7″N 0°31’03.1″W
Ganz in der Nähe von Xátiva befindet sich der kleine Ort Anna mit schönen Bademöglichkeiten wie Albufera de Anna.
Zur großen Galerie geht es hier: Fotos Xativa




































