Melilla gehört zu Spanien, liegt aber auf dem afrikanischen Kontinent. Schon dieser scheinbare Widerspruch macht die Stadt zu einem der ungewöhnlichsten Reiseziele des Landes. Auf engstem Raum treffen hier eine jahrhundertealte Festungsstadt, prachtvolle modernistische Architektur, mediterrane Strände, nordafrikanische Einflüsse und die Außengrenze der Europäischen Union aufeinander.

Trotz dieser Besonderheiten kennen viele Urlauber Melilla fast ausschließlich aus Nachrichten über Migration und die Grenze zu Marokko. Das wird der Stadt nicht gerecht. Melilla besitzt eine überraschend reiche Geschichte, mehrere interessante Museen, eine der größten Sammlungen modernistischer Gebäude Spaniens und ein kulturelles Leben, das von christlichen, muslimischen, jüdischen und hinduistischen Traditionen geprägt wird.

Wer von der Costa Blanca aus bereits Alicante, Cartagena, Murcia, Málaga oder Granada besucht hat und einen Ort kennenlernen möchte, der sich deutlich von klassischen spanischen Reisezielen unterscheidet, findet in Melilla ein außergewöhnliches Ziel für zwei oder drei Tage.

Melilla in Afrika: Sehenswürdigkeiten, Geschichte & Geheimtipps

Alle Fakten auf einen Blick

Land: Spanien
Geografische Lage: Nordafrika
Status: Autonome spanische Stadt
Fläche: rund 12 Quadratkilometer
Einwohner: rund 87.000
Amtssprache: Spanisch
Weitere verbreitete Sprache: Tarifit, eine Sprache der Amazigh im Rifgebiet
Währung: Euro
Zeitzone: dieselbe Zeit wie auf dem spanischen Festland
Nachbarland: Marokko
Anreise: Flugzeug oder Fähre
Ideale Aufenthaltsdauer: zwei bis drei Tage
Beste Reisezeit: Frühling und Herbst

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Wo liegt Melilla?

Melilla liegt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste, unmittelbar an der Grenze zu Marokko. Die Stadt ist vollständig vom Mittelmeer und marokkanischem Staatsgebiet umgeben. Direkt hinter der Grenze beginnt die Region um Nador mit der großen Lagune Mar Chica und dem weithin sichtbaren Gurugú-Massiv.

Politisch und rechtlich gehört Melilla zu Spanien. Die Einwohner sind spanische Staatsbürger, wählen Vertreter für das spanische Parlament und leben nach spanischem Recht. Seit 1995 besitzt Melilla den Status einer autonomen Stadt.

Geografisch befindet sich Melilla allerdings eindeutig in Afrika. Wer dort aus dem Flugzeug oder von der Fähre steigt, hat Spanien nicht verlassen – und steht dennoch auf dem afrikanischen Kontinent.

Ist Melilla eine spanische Kolonie oder Exklave?

Melilla wird häufig als spanische Exklave bezeichnet. Geografisch ist das nachvollziehbar, weil das Stadtgebiet vom spanischen Festland getrennt und von Marokko umgeben ist.

Die Bezeichnung „Kolonie“ ist dagegen rechtlich nicht korrekt. Melilla ist ein regulärer Bestandteil Spaniens und wird nicht als abhängiges Überseegebiet verwaltet.

Marokko beansprucht Melilla ebenso wie Ceuta und einige kleinere spanische Gebiete vor seiner Küste. Spanien weist diese Forderung zurück und betrachtet beide Städte als festen Bestandteil seines Staatsgebiets. Der Streit ist politisch bis heute nicht gelöst.

Im normalen Alltag Melillas ist dieser Konflikt weniger präsent, als man anhand internationaler Berichte vermuten könnte. Dennoch beeinflusst die besondere Lage viele Bereiche – von den Grenzkontrollen über den Handel bis zur wirtschaftlichen Entwicklung.

Von Rusadir bis Melilla: mehr als 2.000 Jahre Geschichte

Die Geschichte Melillas begann lange vor der spanischen Herrschaft. Bereits phönizische Händler nutzten die nordafrikanische Mittelmeerküste für Handelsstützpunkte. Die antike Siedlung im Gebiet des heutigen Melilla wurde als Rusadir bekannt.

Später geriet der Ort unter karthagischen und römischen Einfluss. Nach dem Ende des Weströmischen Reiches wechselten die politischen und kulturellen Machtverhältnisse mehrfach. Byzantinische und verschiedene nordafrikanische Herrschaften prägten die Region.

Im Mittelalter gehörte das Gebiet zu wechselnden islamischen Reichen und Herrschaftsgebieten. Die Lage an der Küste war wirtschaftlich interessant, aber auch gefährlich. Konflikte, Piraterie und regionale Machtkämpfe führten zeitweise zum Niedergang der Siedlung.

Das Jahr 1497 und der Beginn der spanischen Herrschaft

Am 17. September 1497 nahmen spanische Truppen die weitgehend entvölkerte und verfallene Stadt ein. Die Unternehmung erfolgte im Auftrag des Herzogs von Medina Sidonia, nur wenige Jahre nach der Eroberung Granadas durch die Katholischen Könige.

Der 17. September wird heute als Día de Melilla, der offizielle Tag der Stadt, begangen.

Melilla entwickelte sich anschließend zu einem befestigten spanischen Stützpunkt an der nordafrikanischen Küste. Über Jahrhunderte war die Stadt auf die Versorgung über das Meer angewiesen. Lebensmittel, Waffen, Soldaten und Baumaterial mussten größtenteils vom spanischen Festland gebracht werden.

Gleichzeitig war Melilla wiederholt Angriffen und Belagerungen ausgesetzt. Der alte Stadtkern wurde daher immer weiter befestigt. Aus dieser langen Verteidigungsgeschichte entstand das heutige Melilla la Vieja.

Melilla la Vieja – die historische Festungsstadt

Melilla la Vieja ist das historische Herz der Stadt. Die Anlage erhebt sich auf einem Felsen zwischen Hafen und Mittelmeer und wird von Einheimischen häufig schlicht El Pueblo genannt.

Die Zitadelle besteht nicht nur aus einer einzigen Mauer. Sie setzt sich aus vier nacheinander entstandenen befestigten Bereichen zusammen. An ihnen lässt sich die Entwicklung der Militärarchitektur vom späten 15. bis zum 18. Jahrhundert nachvollziehen. Drei der vier befestigten Bereiche sind noch weitgehend erhalten.

Innerhalb und rund um die Festung befinden sich:

  • mächtige Mauern und Bastionen,
  • historische Stadttore,
  • ehemalige Pulverkammern,
  • Zisternen,
  • Kasematten,
  • Kanonenstellungen,
  • Kirchen,
  • Museen,
  • Aussichtspunkte,
  • unterirdische Gänge und Höhlen.

Ein Rundgang durch Melilla la Vieja gehört zum Pflichtprogramm. Selbst Besucher, die sich normalerweise wenig für Militärgeschichte interessieren, dürften von der Lage und den Ausblicken beeindruckt sein.

Von den Mauern blickt man über den Hafen, das moderne Stadtzentrum, die Strände und das offene Mittelmeer. Besonders am späten Nachmittag und bei Sonnenuntergang ist die Festung einer der schönsten Orte der Stadt.

Die vier Verteidigungsbereiche von Melilla la Vieja

Der älteste Bereich befindet sich auf dem Felsen unmittelbar über dem Meer. Hier liegen einige der wichtigsten historischen Gebäude, Museen und Aussichtspunkte.

Die später angelegten Befestigungen dienten dazu, die verwundbaren Landseiten besser zu schützen. Neue Bastionen, Gräben und vorgelagerte Verteidigungswerke wurden jeweils an die technische Entwicklung von Kanonen und Artillerie angepasst.

Dadurch ist Melilla la Vieja weniger eine einheitlich geplante Burg als ein über Jahrhunderte gewachsenes Verteidigungssystem. Genau das macht die Anlage historisch so interessant.

Wer aufmerksam durch die Festung geht, erkennt unterschiedliche Mauertechniken, Schießscharten, Tore, Brücken und militärische Ebenen. Die heutige Ruhe täuscht darüber hinweg, wie oft dieser kleine Felsen verteidigt werden musste.

Die große Belagerung von 1774 und 1775

Eine der dramatischsten Episoden der Stadtgeschichte begann im Dezember 1774. Truppen des marokkanischen Sultans Mohammed III. belagerten Melilla und beschossen die Festung über mehrere Monate.

Die Bevölkerung suchte Schutz in unterirdischen Räumen. Lebensmittel mussten rationiert und verwundete Menschen versorgt werden. Da die Angreifer die Stadt vom Land her einschlossen, blieb das Meer die entscheidende Verbindung nach Spanien.

Spanische Schiffe konnten Melilla weiterhin mit Nachschub versorgen. Die Festung hielt stand, und im März 1775 wurde die Belagerung schließlich beendet.

Außerhalb Melillas ist dieses Ereignis heute kaum bekannt. Für die Geschichte der Stadt war es jedoch prägend. Die Erinnerung daran begegnet Besuchern in den Befestigungen, Museen und besonders in den Cuevas del Conventico.

Cuevas del Conventico – die verborgenen Höhlen unter der Erde

Die Cuevas del Conventico zählen zu den außergewöhnlichsten historischen Orten Melillas. Das mehrstöckige System aus natürlichen und künstlich erweiterten Hohlräumen liegt unterhalb der Festung und reicht in Richtung der Cala de Trápana.

Die Höhlen dienten als Lagerraum, Verbindung zum Meer und Schutzraum. Während der Belagerung von 1774 und 1775 flüchteten Teile der Bevölkerung in die unterirdischen Räume. Dort wurden Lebensmittel aufbewahrt, Brot gebacken und Gottesdienste abgehalten.

Wichtiger aktueller Hinweis: Die Cuevas del Conventico sind laut offizieller Tourismusinformation im gesamten Jahr 2026 vorübergehend geschlossen. Der Ort sollte daher im Reiseplan nicht als sicher zugängliche Innenbesichtigung eingeplant werden. Die Umgebung und die Festungsbereiche darüber bleiben dennoch sehenswert.

Vor einer späteren Reise empfiehlt es sich, den aktuellen Stand erneut bei der Touristeninformation zu prüfen.

Cala de Trápana – eine versteckte Bucht unter der Festung

Unterhalb der Mauern liegt die kleine Cala de Trápana. Sie ist nicht mit einem gewöhnlichen Stadtstrand zu vergleichen, besitzt aber eine eindrucksvolle Lage zwischen Felsen, Höhlen und Festungsanlagen.

Die geschützte Bucht war historisch wichtig, weil sie einen Zugang zum Meer bot. In einer Stadt, die bei Angriffen vom Land abgeschnitten werden konnte, waren solche Zugänge für Versorgung und Flucht von großer Bedeutung.

Heute gehört die Bucht zu den stilleren und fotogenen Bereichen rund um Melilla la Vieja. Je nach Zugangssituation kann man sie allerdings nicht immer vollständig betreten.

Ensenada de los Galápagos – Baden unter Festungsmauern

Eine der schönsten Badebuchten Melillas ist die Ensenada de los Galápagos. Sie liegt unmittelbar unterhalb der historischen Mauern und verbindet einen kleinen Sandstrand mit der Kulisse einer jahrhundertealten Festung.

Gerade diese Kombination macht den Ort besonders. Während andere Stadtstrände größer und praktischer ausgestattet sind, bietet die Ensenada de los Galápagos das ungewöhnlichere Ambiente.

Der Zugang kann abhängig von Wetter, Saison, Reinigungsarbeiten oder Sicherheitsmaßnahmen zeitweise eingeschränkt sein. Vor einem geplanten Bad lohnt sich daher eine aktuelle Nachfrage.

Der Baluarte de la Concepción

Der Baluarte de la Concepción befindet sich an einem der höchsten Punkte der Altstadt. Von hier aus ließ sich das Meer ebenso überwachen wie das Gebiet vor den Befestigungen.

Heute befindet sich dort das Militärhistorische Museum. Zu sehen sind unter anderem historische Waffen, Uniformen, Karten, Dokumente und Modelle der Festungsanlagen.

Das Museum hilft dabei, die komplizierte Struktur von Melilla la Vieja besser zu verstehen. Wer zunächst nur Mauern und Bastionen sieht, erkennt nach dem Besuch deutlicher, wie das Verteidigungssystem funktionierte.

Die Iglesia de la Purísima Concepción

Die Iglesia de la Purísima Concepción gehört zu den bedeutendsten historischen Kirchen Melillas. Sie wurde im 17. Jahrhundert errichtet und liegt innerhalb der Altstadt.

Im Inneren befinden sich religiöse Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten. Die Kirche ist eng mit der Schutzpatronin Melillas, der Virgen de la Victoria, verbunden.

Während militärischer Krisen und Belagerungen war sie nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein Zentrum des gemeinschaftlichen Lebens. Ihr Besuch vermittelt deshalb sowohl Kunst- als auch Stadtgeschichte.

Die Museen in den Almacenes de las Peñuelas

Die ehemaligen Lagerhäuser Almacenes de las Peñuelas wurden restauriert und beherbergen heute die Museen für Geschichte, Archäologie und Ethnografie.

Die Ausstellungen führen von den frühen Siedlungsspuren über die Festungszeit bis zur kulturellen Vielfalt der modernen Stadt. Das Museum verteilt sich auf zwei Etagen innerhalb der historischen Zitadelle.

Besonders interessant sind die archäologischen Funde sowie die Bereiche über die sefardisch-jüdische und die Amazigh-Kultur.

Für Besucher, die Melilla nicht nur sehen, sondern verstehen möchten, gehört dieses Museum zu den wichtigsten Stationen.

Vom umkämpften Außenposten zur modernen Stadt

Über Jahrhunderte bestand Melilla fast nur aus der Festung und wenigen unmittelbar angrenzenden Bereichen. Erst im 19. Jahrhundert dehnte sich die Stadt dauerhaft über die alten Mauern hinaus aus.

Neue Verträge und Grenzfestlegungen schufen die Grundlage für das heutige Stadtgebiet. Zugleich gewann der Hafen an Bedeutung. Handel, Militär und später der Bergbau im nordmarokkanischen Rifgebiet zogen neue Einwohner an.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs Melilla schnell. Es entstanden breite Straßen, Wohnhäuser, Geschäftsbauten, Hotels, Banken, Theater und Verwaltungsgebäude.

Dieser Aufschwung schuf eine Stadt, die architektonisch kaum jemand an der nordafrikanischen Küste erwartet.

Melilla Stadt in Afrika.

Melilla – Spaniens große Modernisme-Überraschung

Nach Barcelona besitzt Melilla die größte beziehungsweise eine der größten Konzentrationen modernistischer und vom Art déco beeinflusster Gebäude Spaniens. Die offizielle spanische Tourismusinformation nennt rund 900 entsprechende Bauwerke.

In vielen Reiseführern wird Melilla dennoch fast ausschließlich als Festungs- und Grenzstadt beschrieben. Das modernistische Zentrum ist daher für viele Besucher die größte Überraschung.

Typische Elemente sind:

  • geschwungene Fassaden,
  • florale Ornamente,
  • Frauenköpfe und Tiermotive,
  • schmiedeeiserne Balkone,
  • dekorative Fensterrahmen,
  • Erker,
  • farbiges Glas,
  • geometrische Art-déco-Formen.

Der wichtigste Tipp für einen Spaziergang durch das Zentrum lautet: immer wieder nach oben schauen.

Viele der interessantesten Verzierungen befinden sich über den Ladenlokalen. Wer nur auf Schaufenster und Straßenniveau achtet, übersieht einen großen Teil der Architektur.

Enrique Nieto – der Architekt, der Melilla veränderte

Der prägende Architekt des modernen Melilla war Enrique Nieto. Er kam 1909 aus Barcelona in die Stadt und brachte die Ideen des katalanischen Modernisme nach Nordafrika.

Nieto hatte zuvor in Barcelona gearbeitet und war mit dem architektonischen Umfeld Antoni Gaudís verbunden. In Melilla fand er eine rasch wachsende Stadt, die zahlreiche neue Wohn-, Geschäfts- und Repräsentationsbauten benötigte.

Seine Gebäude prägen das Zentrum bis heute. Dabei arbeitete er nicht nur für christliche Auftraggeber. Er entwarf auch eine Synagoge und eine Moschee.

Gerade darin zeigt sich eine Besonderheit Melillas: Ein spanischer Architekt aus Barcelona gestaltete innerhalb weniger Straßen Gebäude für unterschiedliche religiöse Gemeinschaften und prägte damit die gemeinsame städtische Identität.

Das Goldene Dreieck der Architektur

Das wichtigste Gebiet für einen Architekturrundgang wird als Triángulo de Oro, das Goldene Dreieck, bezeichnet.

Es umfasst Teile des Zentrums rund um die Plaza de España, die Avenida Juan Carlos I, die Calle Ejército Español, die Calle López Moreno und angrenzende Straßen.

Zu den bekannten Bauwerken gehören:

  • Palacio de la Asamblea,
  • Casa Melul,
  • Gebäude La Reconquista,
  • Casa de los Cristales,
  • Cámara de Comercio,
  • das ehemalige Gebäude von El Telegrama del Rif,
  • Teatro Kursaal,
  • zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuser Enrique Nietos.

Für einen zügigen Rundgang sollte man mindestens zwei Stunden einplanen. Architekturfreunde können hier problemlos einen halben Tag verbringen.

Die offiziellen Tourismusrouten weisen neben dem Modernisme ausdrücklich auch auf die Gotteshäuser der verschiedenen Glaubensgemeinschaften hin.

Plaza de España – das repräsentative Zentrum

Die Plaza de España bildet das Bindeglied zwischen Hafen, Altstadt und modernem Zentrum.

Rund um den Platz befinden sich einige der wichtigsten öffentlichen Gebäude Melillas. Palmen, Grünflächen und die monumentale Bebauung vermitteln einen deutlich großstädtischeren Eindruck, als man ihn bei einer Stadt von nur rund zwölf Quadratkilometern erwarten würde.

Die Plaza de España ist ein guter Ausgangspunkt für fast jeden Stadtrundgang. Von hier erreicht man sowohl Melilla la Vieja als auch die wichtigsten modernistischen Straßen zu Fuß.

Palacio de la Asamblea

Der Palacio de la Asamblea ist Sitz der autonomen Stadtverwaltung. Das von Enrique Nieto entworfene Gebäude steht unmittelbar an der Plaza de España.

Seine Türme, die symmetrische Fassade und die geometrischen Schmuckelemente zeigen bereits den Übergang vom verspielteren Modernisme zu stärker vom Art déco beeinflussten Formen.

Das Gebäude gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen des modernen Melilla und ist eines der wichtigsten Fotomotive am zentralen Platz.

Casa de los Cristales

Die Casa de los Cristales fällt durch ihre großen Glasflächen und verglasten Galerien auf. Das Gebäude wurde ursprünglich als Hotel errichtet und sollte den wirtschaftlichen Optimismus des frühen 20. Jahrhunderts ausdrücken.

Sein heutiger Name bedeutet „Haus der Kristalle“. Nach wechselvoller Nutzung und Restaurierung gilt es als eines der auffälligsten Gebäude im Zentrum.

Es lohnt sich, das Haus nicht nur frontal anzusehen. Je nach Blickwinkel verändern die Glasflächen und Balkone ihren Eindruck deutlich.

Casa Melul und La Reconquista

Die Casa Melul gehört zu den besonders eleganten modernistischen Gebäuden der Stadt. Ihre Fassade ist reich gegliedert und zeigt typische dekorative Elemente des frühen 20. Jahrhunderts.

Auch das Gebäude La Reconquista zählt zu den wichtigsten Stationen des Goldenen Dreiecks. Seine auffälligen Formen und Verzierungen verdeutlichen, wie stark Melillas wohlhabende Bauherren damals den Anschluss an die großen europäischen Architekturströmungen suchten.

Vier Kulturen – mehr als ein Werbeslogan

Melilla bezeichnet sich selbst häufig als Ciudad de las Cuatro Culturas, als Stadt der vier Kulturen.

Gemeint sind:

  • die christliche Gemeinschaft,
  • die muslimische Gemeinschaft,
  • die jüdische Gemeinschaft,
  • die hinduistische Gemeinschaft.

Kirchen, Moscheen, Synagogen und hinduistische Einrichtungen liegen teilweise nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.

Das kulturelle Nebeneinander ist real, sollte aber nicht romantisiert werden. Auch in Melilla existieren soziale Unterschiede, politische Spannungen und unterschiedliche Auffassungen über Geschichte und Identität.

Dennoch ist die religiöse und kulturelle Dichte bemerkenswert. Spanische, nordafrikanische, sefardische und indische Traditionen prägen Sprache, Essen, Feiertage, Geschäfte und das Straßenbild.

Die Mezquita Central

Die Zentralmoschee Melillas wurde von Enrique Nieto entworfen. Das Gebäude verbindet nordafrikanisch-islamische Gestaltungselemente mit der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts.

Sie ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein wichtiges Zeugnis für die muslimische Geschichte der Stadt.

Besichtigungen des Inneren sind nicht jederzeit möglich. Besucher sollten Gebetszeiten respektieren und sich zurückhaltend kleiden.

Die Or-Zaruah-Synagoge

Auch die Synagoge Or Zaruah wurde von Enrique Nieto gestaltet. Sie gehört zu den bedeutendsten jüdischen Bauwerken Melillas.

Die jüdische Gemeinschaft spielte lange eine wichtige Rolle im Handel zwischen Spanien, Nordafrika und anderen Mittelmeerregionen.

Heute ist die Gemeinde kleiner als in ihrer Blütezeit. Ihre Geschichte bleibt jedoch in der Synagoge, auf dem Friedhof, in ehemaligen Geschäftsgebäuden und in den ethnografischen Sammlungen der Stadt sichtbar.

Der Zutritt zur Synagoge ist aus Sicherheits- und Organisationsgründen nicht immer spontan möglich. Eine vorherige Anfrage ist sinnvoll.

Die hinduistische Gemeinschaft

Indische Händler ließen sich vor allem während des wirtschaftlichen Aufschwungs im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Melilla nieder.

Die hinduistische Gemeinschaft ist heute relativ klein, gehört aber weiterhin zum offiziellen Selbstverständnis der Stadt.

Ihre Geschichte zeigt, wie weit die wirtschaftlichen Verbindungen Melillas zeitweise reichten. Der Hafen war nicht nur ein Bindeglied zwischen Spanien und Marokko, sondern Teil eines größeren mediterranen und internationalen Handelsnetzes.

Amazigh-Kultur und Tarifit

Ein großer Teil der muslimischen Bevölkerung Melillas besitzt familiäre Wurzeln in der umliegenden Rifregion.

Neben Spanisch ist deshalb häufig Tarifit zu hören, eine Sprache der Amazigh. Der früher fast ausschließlich verwendete Begriff „Berber“ wird zunehmend durch die Eigenbezeichnungen Amazigh für das Volk und Tamazight beziehungsweise Tarifit für die Sprachen ersetzt.

Die kulturellen Beziehungen zwischen Melilla und der Umgebung von Nador enden nicht an der Staatsgrenze. Familien, Musik, Lebensmittel, Hochzeiten, religiöse Feste und alltägliche Gewohnheiten verbinden beide Seiten.

Melilla und der Rifkrieg

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte Melilla eine zentrale Rolle bei den spanischen Militäroperationen im nördlichen Marokko.

Spanien versuchte, seinen Einfluss im Rifgebiet auszubauen. Dagegen formierte sich starker Widerstand unter der dortigen Amazigh-Bevölkerung.

1921 erlitt die spanische Armee bei Annual, westlich von Melilla, eine verheerende Niederlage. Tausende spanische Soldaten kamen ums Leben. Die überlebenden Einheiten zogen sich in Richtung Melilla zurück, und zeitweise bestand die Sorge, dass auch die Stadt angegriffen werden könnte.

Das sogenannte Desaster von Annual löste in Spanien eine schwere politische Krise aus. Es beschädigte das Ansehen von Regierung und Militär und beeinflusste die weitere Entwicklung des Landes.

In Melilla erinnern Friedhöfe, Denkmäler, Museen, Straßennamen und militärische Anlagen an diese Epoche. Sie gehört zu den schwierigsten und zugleich wichtigsten Kapiteln der Stadtgeschichte.

Der Gurugú – der Berg hinter der Grenze

Das Gurugú-Massiv erhebt sich auf marokkanischem Gebiet unweit von Melilla und ist von vielen Punkten der Stadt aus sichtbar.

Der Berg spielte während militärischer Konflikte eine strategische Rolle. Von seinen Höhen konnten Bewegungen rund um Melilla beobachtet und Zugänge zur Stadt kontrolliert werden.

Heute ist der Gurugú ein landschaftliches Wahrzeichen der Region. Zugleich macht sein Anblick deutlich, wie eng das spanische Stadtgebiet von marokkanischem Territorium umgeben ist.

Die Grenze zwischen Melilla und Marokko

Melilla besitzt eine rund zwölf Kilometer lange Landgrenze zu Marokko. Sie gehört zu den wenigen direkten Landgrenzen zwischen einem EU-Mitgliedstaat und einem afrikanischen Staat.

Zäune, Überwachungsanlagen und kontrollierte Grenzübergänge zeigen die politische Bedeutung dieses kurzen Grenzabschnitts.

International wird die Grenze vor allem im Zusammenhang mit Migration wahrgenommen. Für die Menschen in Melilla und der Region Nador ist sie jedoch zugleich eine wirtschaftliche, familiäre und gesellschaftliche Trennlinie.

Viele Familien besitzen Verbindungen auf beiden Seiten. Veränderungen bei Grenzregeln oder Öffnungszeiten wirken sich unmittelbar auf Handel, Beschäftigung und persönliche Kontakte aus.

Die Grenzanlagen sind keine Sehenswürdigkeit. Abgelegene Bereiche direkt am Grenzzaun sollten nicht als Ausflugsziel betrachtet werden.

Gehört Melilla zur Europäischen Union und zum Schengen-Raum?

Melilla gehört als Teil Spaniens zur Europäischen Union. Bei Steuer- und Zollfragen besitzt die Stadt jedoch eine Sonderstellung.

Melilla gehört nicht zum Zollgebiet der Europäischen Union. Außerdem gelten dort weder die gewöhnlichen EU-Mehrwertsteuerregeln noch die üblichen EU-Verbrauchsteuerregeln.

Anstelle der spanischen Mehrwertsteuer IVA wird die lokale Steuer IPSI erhoben.

Dadurch können einzelne Waren günstiger sein als auf dem spanischen Festland. Bei der Rückreise können jedoch Zollkontrollen und Freimengen relevant werden.

Reisende sollten Melilla deshalb nicht mit einer gewöhnlichen spanischen Inlandsdestination gleichsetzen, wenn sie größere Mengen an Parfüm, Tabakwaren, Alkohol, Elektronik oder anderen hochwertigen Produkten kaufen.

Einkaufen

Melilla galt lange als günstiges Einkaufsziel. Besonders häufig werden folgende Produkte genannt:

  • Parfüm,
  • Kosmetik,
  • Elektronik,
  • Mode,
  • Tabakwaren.

Nicht jedes Produkt ist tatsächlich billiger. Preise sollten deshalb verglichen werden.

Wer größere Einkäufe plant, muss außerdem berücksichtigen, dass Waren bei der Einreise auf das spanische Festland zollrechtlich wie Einfuhren aus einem Gebiet außerhalb des EU-Zollraums behandelt werden können.

Für normale Souvenirs und persönliche Einkäufe ist das meist unproblematisch. Bei größeren Mengen sollte man sich jedoch vorher über die aktuellen Freigrenzen informieren.

Die Strände

Melilla ist kein klassischer Ferienort mit großen Hotelanlagen. Trotzdem besitzt die Stadt mehrere gepflegte Sandstrände.

Playa de San Lorenzo

Die Playa de San Lorenzo liegt nahe dem Zentrum und gehört zu den bekanntesten Stadtstränden. Sie besitzt goldfarbenen Sand und verschiedene Einrichtungen für Badegäste.

Durch ihre Lage lässt sich ein Strandbesuch gut mit einem Stadtbummel verbinden.

Playa de los Cárabos

Die Playa de los Cárabos ist länger und bei Familien sowie Einheimischen beliebt. Sie bietet viel Platz für Spaziergänge und ruhige Stunden am Meer.

Playa del Hipódromo

Die Playa del Hipódromo schließt an die übrigen Stadtstrände an. Gemeinsam bilden die Strände einen längeren Küstenabschnitt, der deutlich großzügiger wirkt, als man es bei der geringen Fläche Melillas erwarten würde.

Ensenada de los Galápagos

Die kleine Bucht unterhalb der Festung ist landschaftlich die eindrucksvollste Variante. Sie bietet weniger Infrastruktur, dafür aber eine außergewöhnliche historische Kulisse.

Parks und Grünanlagen

Trotz der dichten Bebauung besitzt Melilla mehrere attraktive Parks.

Parque Hernández

Der zentral gelegene Parque Hernández ist eine grüne Ruhezone mitten in der Neustadt. Palmen, alte Bäume, Brunnen und schattige Wege machen ihn zu einem angenehmen Ort für eine Pause.

Parque Lobera

Der Parque Lobera liegt nahe der historischen Festung und ist terrassenförmig angelegt. Von einigen Bereichen ergeben sich schöne Ausblicke auf die Stadt.

Parque Forestal Juan Carlos I

Diese größere Anlage liegt außerhalb des engsten Zentrums und bietet Spazierwege, Sportflächen und Grünbereiche. Hier erlebt man eine weniger touristische Seite Melillas.

Weitere interessante Museen

Neben dem archäologischen und militärhistorischen Museum besitzt Melilla mehrere kleinere Sammlungen.

Museum für sakrale Kunst

Das Museum zeigt religiöse Kunstwerke und Gegenstände aus der christlichen Geschichte der Stadt.

Ägyptisches Museum

Das Museo Egipcio de Melilla ist eine der unerwartetsten Einrichtungen der Stadt. Es entstand aus einer privaten Sammlung und widmet sich der Kultur des alten Ägypten.

Da kleinere Museen teilweise eingeschränkte Öffnungszeiten haben, sollten Besucher die aktuellen Angaben vorab kontrollieren.

Die Friedhöfe als Geschichtsbücher

Die Friedhöfe Melillas dokumentieren die Geschichte der Stadt auf eine besondere Weise.

Dort befinden sich Gräber von Zivilisten, Soldaten, Opfern militärischer Konflikte und Angehörigen verschiedener Religionsgemeinschaften.

Historisch Interessierte finden zahlreiche Hinweise auf die Kämpfe im Rifgebiet und die multikulturelle Zusammensetzung Melillas.

Ein Friedhofsbesuch ist kein klassischer Programmpunkt für jeden Reisenden. Wer sich für Geschichte interessiert, erhält dort jedoch einen ungewöhnlich direkten Einblick. Ruhe, angemessene Kleidung und Respekt vor religiösen Regeln sind selbstverständlich.

Essen in Melilla – Spanien trifft Nordafrika

Die Küche Melillas vereint mediterrane, andalusische, marokkanische, Amazigh-, sefardisch-jüdische und indische Einflüsse.

Typische oder häufig angebotene Speisen sind:

  • frischer Fisch,
  • Meeresfrüchte,
  • frittierte Fischgerichte,
  • Sardinen,
  • Couscous,
  • Tajine,
  • Pastela,
  • Harira,
  • Pinchitos morunos,
  • spanische Tapas,
  • Tortilla,
  • orientalisches Honiggebäck,
  • marokkanischer Minztee.

Die offizielle spanische Tourismusinformation beschreibt die Küche Melillas als Begegnung der mediterranen Traditionen aus Ost und West.

Besonders interessant ist weniger ein einzelnes typisches Gericht als die große Auswahl auf engem Raum. Innerhalb weniger Straßen kann man zwischen einer spanischen Tapasbar, einem Fischrestaurant, einem marokkanisch geprägten Lokal und einer orientalischen Bäckerei wechseln.

Was sollte man in Melilla probieren?

Empfehlenswert sind:

  • fangfrischer Fisch,
  • Meeresfrüchte,
  • gewürzte Fleischspieße,
  • Couscous,
  • Pastela,
  • nordafrikanische Suppen,
  • marokkanisches Gebäck,
  • Minztee.

Alkohol ist in vielen spanischen Restaurants erhältlich. Muslimisch geführte Lokale bieten ihn möglicherweise nicht an.

Anreise mit dem Flugzeug

Melilla besitzt einen eigenen Flughafen wenige Kilometer vom Zentrum entfernt.

Nach dem aktuellen Aena-Flugplan werden elf Ziele in Spanien bedient:

  • Almería,
  • Barcelona,
  • Gran Canaria,
  • Granada,
  • Madrid,
  • Málaga,
  • Palma de Mallorca,
  • Santiago de Compostela,
  • Sevilla,
  • Teneriffa Nord,
  • Valencia.

Die Verbindungen werden derzeit von Air Nostrum durchgeführt. Flugziele und Frequenzen können saisonal variieren.

Vom Flughafen erreicht man das Zentrum am einfachsten mit dem Taxi. Aufgrund der geringen Entfernungen dauert die Fahrt normalerweise nicht lange.

Anreise mit der Fähre

Melilla ist regelmäßig per Fähre mit dem spanischen Festland verbunden.

Im aktuellen Hafenverkehr erscheinen Verbindungen von und nach:

  • Málaga,
  • Almería,
  • Motril.

Je nach Reederei, Schiff und Reisetag unterscheiden sich Fahrzeiten und Abfahrtszeiten deutlich. Die aktuellen Schiffsanläufe des Hafens bestätigen 2026 Verbindungen mit diesen drei Festlandshäfen.

Die Fähre ist besonders sinnvoll, wenn man das eigene Fahrzeug mitnehmen oder die Reise mit Andalusien verbinden möchte.

Nachtverbindungen können eine Hotelübernachtung ersetzen. Bei starkem Wind oder ungünstigem Wetter sind Verspätungen möglich.

Ultra-realistische Ansicht von Melilla mit historischer Festung, Mittelmeerküste, Hafen und Stadtgebäuden bei Sonnenuntergang.

Von Torrevieja und Orihuela Costa

Eine direkte Verbindung von Torrevieja oder Orihuela Costa nach Melilla gibt es nicht.

Für Reisende von der südlichen Costa Blanca kommen vor allem drei Varianten infrage:

Variante 1: Flug über Málaga oder Madrid

Vom Flughafen Alicante geht es zunächst nach Málaga oder Madrid und von dort weiter nach Melilla.

Diese Verbindung ist meist am praktischsten, wenn der Aufenthalt in Melilla nur zwei oder drei Tage dauern soll.

Variante 2: Mit dem Auto nach Almería und weiter per Fähre

Von Torrevieja führt die Fahrt über Murcia in Richtung Almería. Das eigene Fahrzeug kann je nach Fährverbindung mitgenommen werden.

Diese Variante lässt sich gut mit Cartagena, Mojácar, Cabo de Gata oder der Stadt Almería kombinieren.

Variante 3: Fahrt nach Málaga oder Motril

Wer eine längere Rundreise plant, kann zunächst Andalusien besuchen und anschließend von Málaga oder Motril nach Melilla übersetzen.

Für einen reinen Kurztrip ist diese Strecke länger. Als Teil einer Rundreise kann sie jedoch sehr reizvoll sein.

Benötigt man für Melilla einen Reisepass?

Für deutsche und andere EU-Bürger genügt bei der direkten Reise vom spanischen Festland nach Melilla grundsätzlich ein gültiger Personalausweis oder Reisepass.

Melilla gehört zu Spanien. Die Reise dorthin ist daher keine Einreise nach Marokko.

Aufgrund der zollrechtlichen Sonderstellung können trotzdem Ausweis- und Gepäckkontrollen stattfinden.

Weiterreise von Melilla nach Marokko

Wer von Melilla über die Landgrenze nach Marokko weiterreisen möchte, benötigt einen gültigen Reisepass.

Nach den aktuellen Reisehinweisen des spanischen Außenministeriums verlangt Marokko einen während des Aufenthalts gültigen Reisepass; dort wird zusätzlich eine Restgültigkeit von mehr als sechs Monaten genannt.

Ein Personalausweis genügt für einen individuellen Grenzübertritt normalerweise nicht.

Bei Mietwagen ist besondere Vorsicht nötig. Viele spanische Vermieter erlauben keine Fahrt nach Marokko. Eine schriftliche Genehmigung, geeigneter Versicherungsschutz und die erforderlichen Fahrzeugpapiere müssen vorab geklärt werden.

Grenzregeln und Öffnungszeiten können sich ändern. Deshalb sollte der aktuelle Stand kurz vor der Reise überprüft werden.

Wie viele Tage braucht man für Melilla?

Ein Tag

Ein Tag reicht für einen ersten Eindruck:

  • Melilla la Vieja,
  • Plaza de España,
  • kurzer Modernisme-Rundgang,
  • Hafen und Strandpromenade.

Für Museen und weniger bekannte Orte bleibt kaum Zeit.

Zwei Tage

Zwei volle Tage sind für die meisten Besucher ideal. Dann lassen sich Festung, Museen, Architekturzentrum, Gotteshäuser, Parks und Strände ohne große Eile erkunden.

Drei Tage

Drei Tage lohnen sich für Architekturfreunde, Fotografen und geschichtlich Interessierte. Man kann zusätzliche Museen besuchen, verschiedene Stadtviertel erkunden und mehr Zeit für Gastronomie und Strand einplanen.

Vorschlag für zwei Tage

Tag 1: Festung und Geschichte

Der erste Tag beginnt in Melilla la Vieja. Von der Plaza de las Culturas geht es durch die historischen Tore in die Festungsstadt.

Anschließend bieten sich an:

  • Rundgang über die Mauern,
  • Museum für Geschichte und Archäologie,
  • Iglesia de la Purísima Concepción,
  • Militärhistorisches Museum,
  • Aussichtspunkte über Hafen und Meer,
  • Ensenada de los Galápagos.

Die Cuevas del Conventico bleiben 2026 geschlossen und können nicht als reguläre Innenbesichtigung eingeplant werden.

Am Abend lohnt sich ein Spaziergang am Hafen oder entlang der Strände.

Tag 2: Modernisme und Kulturen

Der zweite Tag beginnt an der Plaza de España.

Von dort führt der Weg durch das Goldene Dreieck zu:

  • Palacio de la Asamblea,
  • Casa de los Cristales,
  • Casa Melul,
  • La Reconquista,
  • weiteren Gebäuden Enrique Nietos,
  • Parque Hernández.

Je nach Zugänglichkeit können anschließend die Zentralmoschee, die Synagoge oder eine Kirche besichtigt werden.

Der Nachmittag eignet sich für einen Strandspaziergang, das Ägyptische Museum oder einen Besuch im Parque Lobera.

Beste Reisezeit

Melilla besitzt ein mediterranes Klima mit warmen Sommern und vergleichsweise milden Wintern.

Für Besichtigungen eignen sich besonders:

  • März bis Mai,
  • Oktober und November.

Im Sommer kann es heiß werden. Durch die Lage am Meer sind die Temperaturen jedoch häufig erträglicher als im Inneren Nordafrikas.

Wer baden möchte, findet von Juni bis in den frühen Herbst gute Bedingungen.

Im Winter ist es meist mild, allerdings können Wind und Regen auftreten.

Ist Melilla sicher?

Melilla ist grundsätzlich kein besonders gefährliches Reiseziel.

Im Zentrum, in Melilla la Vieja, am Hafen und an den Stränden können Besucher sich normalerweise frei bewegen.

Wie in anderen Städten gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen:

  • Wertsachen nicht offen liegen lassen,
  • Taschen in Menschenmengen im Blick behalten,
  • abgelegene Bereiche nachts meiden,
  • politische Demonstrationen umgehen,
  • Grenzanlagen nicht fotografieren,
  • Anweisungen von Polizei und Sicherheitskräften beachten.

Die Bereiche unmittelbar am Grenzzaun sind keine touristischen Spazierwege.

Kann man Melilla zu Fuß erkunden?

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum lassen sich gut zu Fuß erreichen.

Plaza de España, Hafen, Melilla la Vieja, Parque Hernández, das modernistische Zentrum und Teile der Strandpromenade liegen relativ nah beieinander.

Für den Flughafen, äußere Stadtteile oder weiter entfernte Strände sind Taxi oder Stadtbus praktischer.

In Melilla la Vieja gibt es Steigungen, Treppen und unebene Wege. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten sich vorab über barrierearme Zugänge informieren.

Melilla oder Ceuta – welche Stadt lohnt sich mehr?

Ceuta und Melilla werden häufig gemeinsam genannt, sind aber deutlich unterschiedlich.

Ceuta punktet mit:

  • der Lage an der Straße von Gibraltar,
  • dem Blick auf das europäische Festland,
  • der Verbindung von Atlantik und Mittelmeer,
  • einer kürzeren Fährüberfahrt ab Algeciras,
  • dem Parque Marítimo del Mediterráneo.

Melilla punktet mit:

  • dem größeren modernistischen Architekturensemble,
  • einer besonders eindrucksvollen Festungsstadt,
  • den Cuevas del Conventico,
  • einem kompakteren historischen Zentrum,
  • der starken Verbindung zur Geschichte des Rifgebiets.

Für Architekturfreunde ist Melilla vermutlich interessanter. Für eine kurze Überfahrt von Andalusien nach Afrika ist Ceuta einfacher erreichbar.

Beide Städte sind keine austauschbaren Reiseziele und verdienen jeweils einen eigenen Besuch.

Zehn Fakten über Melilla, die viele nicht kennen

1. Melilla besitzt rund 900 modernistische und Art-déco-Gebäude

Damit folgt die Stadt in Spanien direkt hinter Barcelona.

2. Die Altstadt besteht aus vier Verteidigungsbereichen

Melilla la Vieja ist kein einzelnes Kastell, sondern ein über Jahrhunderte erweitertes Festungssystem.

3. Unter der Festung liegen mehrstöckige Schutzräume

Die Cuevas del Conventico dienten während einer Belagerung als Zufluchtsort für die Bevölkerung.

4. Ein Architekt prägte Gebäude mehrerer Religionen

Enrique Nieto entwarf neben Wohn- und Verwaltungsgebäuden auch eine Moschee und eine Synagoge.

5. Melilla liegt in der EU, aber außerhalb ihres Zollgebiets

Deshalb gelten besondere Steuer- und Einfuhrregeln.

6. Die Stadt wuchs erst spät über ihre Festungsmauern hinaus

Das moderne Melilla entstand größtenteils im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

7. Eine der schwersten spanischen Militärniederlagen ereignete sich in der Nähe

Das Desaster von Annual im Jahr 1921 erschütterte ganz Spanien.

8. Der Flughafen verbindet Melilla ausschließlich mit spanischen Zielen

Im aktuellen Flugplan werden elf Ziele innerhalb Spaniens aufgeführt.

9. Vier religiöse Traditionen prägen den offiziellen Charakter der Stadt

Christliche, muslimische, jüdische und hinduistische Gemeinschaften haben Spuren im Stadtbild hinterlassen.

10. Melilla ist wesentlich mehr als eine Grenzstadt

Die internationale Berichterstattung konzentriert sich meist auf Migration. Dadurch bleiben Architektur, Museen, Geschichte, Strände und Alltagskultur häufig unbeachtet.

Häufige Fragen zu Melilla

Gehört Melilla wirklich zu Spanien?

Ja. Melilla ist eine autonome spanische Stadt und Teil der Europäischen Union.

Liegt Melilla in Europa oder Afrika?

Geografisch liegt die Stadt in Afrika. Politisch gehört sie zu Spanien.

Ist es eine Insel?

Nein. Die Stadt liegt auf dem afrikanischen Festland und besitzt eine Landgrenze zu Marokko.

Welche Währung gilt dort?

Bezahlt wird mit dem Euro.

Welche Sprache spricht man in Melilla?

Amtssprache ist Spanisch. Daneben ist vor allem Tarifit verbreitet. Teilweise hört man auch marokkanisches Arabisch.

Ist es dort teuer?

Die Preise liegen grundsätzlich im spanischen Bereich. Manche Waren können wegen der besonderen Besteuerung günstiger sein. Flug- oder Fährkosten erhöhen jedoch den Gesamtpreis einer Reise.

Kann man in Melilla Strandurlaub machen?

Ja. Die Stadt besitzt mehrere gepflegte Sandstrände. Für einen reinen zweiwöchigen Badeurlaub gibt es allerdings Reiseziele mit deutlich größerer touristischer Infrastruktur.

Sind die Cuevas del Conventico geöffnet?

Nein. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026 werden sie offiziell als vorübergehend geschlossen angegeben.

Kann man von Melilla nach Marokko fahren?

Grundsätzlich ja, sofern der Grenzübergang geöffnet ist und alle Einreisebestimmungen erfüllt werden. Ein gültiger Reisepass ist erforderlich.

Lohnt sich Melilla ohne Weiterreise nach Marokko?

Ja. Die Stadt bietet genügend Sehenswürdigkeiten für zwei bis drei Tage. Eine Weiterreise nach Marokko ist nicht notwendig.

Ist die Stadt für Familien geeignet?

Grundsätzlich ja. Strände, Parks und die kompakte Innenstadt sind familienfreundlich. Kinder sollten an steilen Mauern und in den historischen Festungsbereichen gut beaufsichtigt werden.

Gibt es in Melilla ein Nachtleben?

Es gibt Bars, Restaurants und Cafés, aber kein mit Alicante, Benidorm oder Málaga vergleichbares Nachtleben. Melilla ist eher ein Ziel für Geschichte, Architektur, Kultur und kurze Städtereisen.

Für wen lohnt sich ein Ausflug?

Melilla ist besonders interessant für:

  • Liebhaber ungewöhnlicher Reiseziele,
  • Geschichtsinteressierte,
  • Architekturfreunde,
  • Fotografen,
  • Besucher mit Interesse an Nordafrika,
  • Reisende, die Spanien abseits der bekannten Urlaubsorte entdecken möchten,
  • Urlauber, die eine Rundreise durch Andalusien ergänzen möchten.

Weniger geeignet ist Melilla für Reisende, die große Ferienanlagen, Freizeitparks, ein ausgeprägtes Nachtleben oder eine lange Liste klassischer Touristenattraktionen erwarten.

Die Stärke der Stadt liegt nicht in spektakulärer Unterhaltung. Sie liegt in ihrer besonderen Geschichte, ihren architektonischen Details und den Gegensätzen zwischen Spanien, Afrika, Mittelmeer und Grenzregion.

Melilla ist eine der größten Überraschungen Spaniens

Melilla lässt sich nicht auf eine Festung, einen Grenzzaun oder ihre politische Sonderstellung reduzieren.

Auf nur wenigen Quadratkilometern treffen antike Handelsgeschichte, spanische Festungsarchitektur, unterirdische Schutzanlagen, prächtiger Modernisme, mediterrane Strände, mehrere Religionen und die schwierige Geschichte des Rifkriegs aufeinander.

Die Stadt besitzt Widersprüche. Sie ist spanisch und afrikanisch, europäisch und nordafrikanisch geprägt, modern und historisch, offen und zugleich von einer stark kontrollierten Grenze umgeben.

Gerade diese Gegensätze machen Melilla interessant.

Wer von Torrevieja oder Orihuela Costa aus bereits viele bekannte Orte Spaniens besucht hat und ein wirklich anderes Reiseziel sucht, sollte Melilla nicht übersehen. Die Stadt ist kein typisches Ferienparadies und keine perfekt inszenierte Touristenattraktion.

Sie ist ein geschichtlicher, kultureller und geografischer Sonderfall – und genau deshalb eine Reise wert.

Weitere spannende Ausflugsziele entdecken

Melilla und Ceuta sind die beiden einzigen spanischen Städte auf dem afrikanischen Kontinent und gehören zu den außergewöhnlichsten Reisezielen Europas. Während Melilla mit ihrer beeindruckenden Festungsstadt, prachtvollen Jugendstilarchitektur und kulturellen Vielfalt begeistert, fasziniert Ceuta durch ihre einzigartige Lage an der Straße von Gibraltar, ihre mächtigen Befestigungsanlagen und die besondere Mischung aus Europa und Afrika. Wenn du auch die Schwesterstadt kennenlernen möchtest, findest du hier unseren ausführlichen Artikel über Ceuta.

Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf weitere außergewöhnliche Reiseziele. Entdecke den berühmten Felsen von Gibraltar mit seiner spannenden Geschichte und den frei lebenden Berberaffen: Gibraltar. Ebenfalls sehenswert ist die historische Hafenstadt Cartagena mit ihrem römischen Theater, der eindrucksvollen Altstadt und zahlreichen Museen: Cartagena. Technik- und Geschichtsinteressierte sollten außerdem die spektakuläre Batería de Castillitos mit ihren riesigen Küstengeschützen besuchen: Bateria de Castillitos.

Noch mehr Inspiration für Ausflüge, Sehenswürdigkeiten und besondere Orte in Spanien findest du in unserer großen Übersicht der Sehenswürdigkeiten rund um Torrevieja und an der Costa Blanca: Die besten Sehenswürdigkeiten.